Der Synthiepop Ruhrpott Dreier Rroyce präsentiert, nach zwei Singles, die im Vorfeld schon für Aufmerksamkeit sorgten, das zweite Album. Der Albumtitel „Karoshi“ stammt übrigens aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „Tod durch Überarbeiten. Nebenbei startet mit dieser VÖ auch das eigene Label „Kayal Records“, aber das nur am Rande.

Advertisement

Diese Band ist ernst zu nehmen, wenn es darum geht das Synthpop Album des Jahres zu küren

Die beiden bereits erwähnten Singles „The Principle of Grace“ und „Who Needs“ Machen den Anfang. “The Principle of Grace” ist ein mehr als gut platzierter Opener. Ein mitreißender Up-Tempo Kracher, der nicht umsonst in den Szenecharts einschlug. Gleiches gilt auch für Track 2, „Who Needs“. Von der Grundstimmung her ein völlig anderer Ansatz und dennoch lässt die Band schon an dieser Stelle, den berüchtigten „Roten Faden“ erkennen. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass sie diesen auch nicht mehr verliert.

Nach diesem Auftakt, bleiben also noch 8 Brandneue Songs übrig. „(It smells like) War“ macht sofort jeden Gedanken an einen etwaigen Qualitätsabfall zunichte. „The Dying Of Your Pride“ hingegen, setzt die Messlatte gar ein Stück höher. Mit seinem Ohrwurm Refrain, könnte
der Song durchaus ebenfalls als Single durchgehen. Der Refrain hat sich in kurzer Zeit, tief in meine Ohren gefressen und kommt da nur noch schwer raus.
„Siamese Dreaming“ klingt schwer nach And One. Im Unterschied zu aktuellen Songs besagter Band, berührt mich dieser jedoch und kann mich emotional packen.

Überhaupt scheint Rroyce mit dem zweiten Album einen echten Quanten-Sprung gemacht zu haben. Lebte das Debut vor allem vom 80er Jahre Charme, tritt dieser hier aktuell ein wenig in den Hintergrund und macht für einen Breitbandsound auf hohem Niveau Platz. Die neuen Songs klingen erwachsener und ausgefeilter als noch beim Debut. Eine klare Steigerung, zumal unter den 10 Songs t sich keine „Niete“, kein Song der augenscheinlich abfällt oder ähnliches befindet. Mit dem Rausschmeißer „You don ́t belong here” wird die Band dann inhaltlich noch politisch.

Lassen die Texte sonst für den Hörer noch einen gewissen Raum für Interpretationen und Spekulationen, wird man hier ziemlich deutlich. Ein klares Statement gegen Homophobie und Fremdenfeindlichkeit.
Rroyce 2016 sind in erster Linie im Songwriting nochmals klar besser geworden. Dass die Songs mitreißend sind wussten wir ja schon vom Debut Album her. Diese Band ist ernst zu nehmen, wenn es darum geht das Synthpop Album des Jahres zu küren. Einer der vorderen Plätze ist unumgänglich.