Die Formation Schwarzblut oder mit komplettem Namen auch „Die goetheanistische Tonkunstgesellschaft Schwarzblut“ ist bislang an mir vorbei gegangen. Die Rezensionen zu den bisherigen Alben übernahm alle Dieter Hübing und ich war ihm da auch nicht böse drum, denn allzu viel konnte ich mit der Band auf den ersten Blick sowieso nicht anfangen. Mit „Gebeyn aller Verdammten“ ändert sich dies nun aber. Bereits die vorab Single „Bis aufs Blut“ gefiel mir und machte mich verdammt neugierig auf das Album.

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Tanzen! Dunkel! Harmonie! Für Fans von “Das Ich” Pflicht!

Das dritte Album justiert die musikalische Ausrichtung ein wenig neu. Die Songs sind schneller, rauher und dennoch kommt die „Gothic-Orchester“ Attitüde nicht zu kurz. Inhaltlich beschäftigen sich die Songs jeweils mit einer Todsünde und wer hier und da einen Text wiedererkennen sollte, hat sich wohl mit den Dichtern und Philosophen der letzten 3 Jahrhunderten beschäftigt. Unteranderem kommen Arthur Schopenhauer und Moritz Graf von Strachwitz zum Zuge. {IMAGE(261)} Es kommen unheimlich viele Instrumente zum tragen, die man auf einem Electro/Gothic Album gar nicht vermuten würde. Cello, Geige, usw. tragen zu einer dichten und spannenden Grundatmosphäre bei. Gesanglich wechseln sich die rauen und „bösartigen“ Vocals von Zeon mit der lieblich klingenderen Stimme von Angèlika ab. Irgendwie erinnern die beiden mich an Teufelchen und Engelchen die jeweils links und recht auf der Schulter sitzen. Songwriting und Darbietung ergänzen sich perfekt und was die musikalische Ausprägung angeht bringt es die Band im Song „Bis Aufs Blut“ selber auf den Punkt. „Schwarzblut! Rhythmus! Achtung! Melodie! Schwarzblut! Tanzen! Dunkel! Harmonie!“ Alles ist auf dem Silberling vorhanden und macht mir von mal zu mal mehr Spass. Anspieltipp ist neben der Single „Bis Aufs Blut“ der Song „Zur Hölle“.
Für Fans von „Das Ich“ ist nahezu schon verpflichtend hier mal reinzuhören. Ihr werdet es nicht bereuen.