Second Disease – While the Masses sleep

REVIEW OVERVIEW

wert[U]ng
89 %
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Die Old School Welle rollt unaufhörlich über uns hinweg. Losgetreten durch ein paar Bands die sich den Anfängen des EBM verschrieben haben, tauchen nun auch vermehrt Releases auf die den Geist von Bands die Haujobb, X-Marks-The-Pedwalk oder Skinny Puppy reanimieren.

Mit Second Disease gibt dabei nun eine Band ihr Comback, die bereits in den 90ern im Gefolge des legendären „Zoth Ommog“ Labels diesem Sound Leben einhauchte. Jahre später erklingt mit „While The Masses Sleep“ ein Album das in der Zeit stehen geblieben zu sein scheint und bei dem sich nicht um eine Widerveröffentlichung handelt.

Second Disease zeigt sich richtig spendabel und wirft gleich 18 Tracks in den Ring, wobei man ein Intro und Outro gerne abziehen kann. Wenn ich Eingangs ein Album, welches in der Zeit stehen geblieben ist, propagandiert habe soll dies keinesfalls als Vorwurf verstanden werden. Vielmehr erweckt „While The Masses Sleep“ das Gefühl einem Album aus den 90ern zuzuhören. Modernen Einflüssen hat sich das Duo aber nicht generell verweigert. Dennoch dürfte das Werk in erster Linie bei älteren Hörern und generell bei Anhängern bereits erwähnter Bands ein Glücksgefühl hervorrufen.
Ein Ohr riskieren dürfen aber auch alle denen „Hell-Harsh Elektro irgendwas“ inzwischen den letzten Nerv raubt.

Da sich Second Disease von gängigen Standards völlig lossagen, muss man sich in die Songs hineinhören da die Komplexität dies einfach erfordert. Diesen Mehraufwand des Hörers belohnt die Band mit einem enormen Ideenreichtum. Was Second Disease auf einem Album an Ideen verbraten schaffen andere Band nicht mit 5 CD`s.

Neben Tracks wie “Heaven”, “Scream” oder “Desire” die sich an EBM Strukturen orientieren und dem Bereich „Grundlagenforschung“ zugeschrieben werden können, finden sich Songs wie z.B. „Finishing Inside” oder auch “Noise“ die stilistisch ausbrechen und ihren Heil in einem Experimentellen Ansatz suchen. Den beiden immer gleich zu folgen, stellt eine der größten Hürden für den Hörer da. Aber wie bereits erwähnt wartet die Belohnung ja sozusagen direkt um die Ecke.

Als Fazit des Album lässt sich ziehen, das man „While The Masses Sleep“ nur in seiner Gesamtheit vernünftig betrachten kann. Leichtzugänglich ist das Werk sicherlich nicht und es bedarf einiger Durchgänge bis man als Hörer alles erfasst hat. Dann stellt sich aber ein Gefühl der Glückseligkeit ein. Elektronische Musik im Handlungsrahmen EBM kann immer noch kreativ sein und muss nicht in 08/15 Beats und massivem Vocoder Einsatz untergehen.

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