„Seelennacht ist anders – Seelennacht ist tiefer – Seelennacht nimmt Dich mit auf eine visionäre Reise!“ So steht es zumindest bei Facebook geschrieben. Was heißt das nun aber für das Debutalbum? Zunächst einmal ist Seelennacht eine One Man Show. Marc Ziegler übernimmt das komplette Songwriting und Programmierung selbst. Die erste Idee zu diesem Projekt ist bereits 5 Jahre alt, aber es hat dann doch seine Zeit gedauert bis wir nun das Ergebnis zu hören bekommen. Dabei stand die Idee im Raum schwermütige Texte mit tanzbaren Rhythmen zu verbinden. Das ganze bezeichnet man dann selbst als „Romantic Futurepop“. Prägend für die Songs ist die markante Gesangsstimme die mich hin und wieder an Unheilig erinnert. Musikalisch ist das Ganze dann doch eher bei Solitary Experiments anzusiedeln. Insofern scheint die Idee ordentlich umgesetzt. Die Rahmenbedingungen stimmen also, nun muss nur noch der Inhalt überzeugen. Dies gelingt Seelennacht spielend. Bereits der Opener „Aufbruch“ erzeugt eine gewisse Spannung, Casting Light überzeugt als tanzflächentauglicher Futurepop Song, während „Mechanisch“ mit hämmernden Beats überzeugt. Was Seelennacht von der Konkurrenz abhebt ist sicherlich der Gesang, welcher vielleicht auf den ersten Blick ein wenig verstört, da er nicht ins „normale“ Schema zu passen scheint. Nach ein paar Minuten hat man sich aber an diese Kombination gewöhnt und muss erkennen dass dies seinen ganz eigenen Reiz hat. Im Ohr bleiben natürlich die deutschsprachigen Songs sofort hängen. Das tragende, Fährmann zum Beispiel bleibt sofort im Ohr hängen, obwohl hier nur der Refrain in Deutsch ist.Zeitenwende kann durchweg überzeugen, vielleicht ist hier und da eine Prise zu viel Pathos in den Songs eingeflochten. Was es für den Hörer sehr spannend macht ist die Tatsache das man Zeitwende sowohl als Tanzfutter, als auch aufgrund der textlichen Inhalte, als CD zum andächtig Lauschen nutzten kann. Ein starkes Debut!

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