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Serpents – State Of War

Cover: Serpents - State Of War
Cover: Serpents - State Of War

Die EBM Formation „Serpents“ existiert bereits seit Anfang der 90er Jahre und hat mit Claus Kruse zumindest 1 Bandmitglied welches sich unter dem Banner „Plastic Noise Experience“ einen gefestigten Status geschaffen hat. „Serpents“ wird durch Kazim Sarikaya und zusammen konnte man sich einen, kleinen aber recht treuen Anhängerkreis in den Anfangstagen erspielen. Warum es für die Band nie zu einem größerem Bekanntheitsgrad gereicht hat, kann heute wohl nicht mehr geklärt werden. Fakt ist jedoch das es Ende der 90er lange Zeit still um die Band wurde, ehe 2010 das Album „Immer Voran!“ erschien. Die große Aufmerksamkeit konnte man mit dem digitalen Release aber erneut nicht erhaschen. Heute folgt mit „State Of War“ der erneute Versuch. Als Doppel-CD, findet man zum einen das Album „State Of War“, sowie das nun zu späten CD Ehren gekommene „Immer Voran!“ Werk, in einer überarbeiteten Version.

„Serpents“ stehen für klassischen Darkelectro und dies hat sich bis heute nicht geändert. Gleich der Opener „My Life, My Being“ schlägt kraftvoll in diese Kerbe. Hier wird auch gleich klar, dass man bei der Produktion nichts dem Zufall überlassen hat. „Resistance“ ist mit ordentlichen Effekten, Breaks und wiederum einer ordentlichen Bassline ausgestattet. In der Summe ziemlich experimentell, aber zu Ende gedacht und somit für den Hörer eine wilde Achterbahnfahrt, die Spass macht. Das Namen gebende „State Of War“ sprengt nach einem Introteil, welches mich an Indianer und ihre Stammestänze erinnert, geradezu auf die Tanzflächen und bringt dort die Temperaturen in kurzer Zeit 20 Grad höher. Ein echter Knaller! Das folgende „I`m Near“ bringt sofort wieder eine andere Klangfarbe ins Spiel. Auf den ersten Blick, klingt es freuhttp://www.1902msv.de/wp-admin/admin.php?page=bp-groupsndlicher, doch unter der netten Melodie brummt es gefährlich, bedrohlich. Ein weitere Beweis dass sich die lange Wartezeit gelohnt hat. „Violence“, wie könnte es bei den Titel auch anders sein, orientiert sich wieder verstärkt an EBM Klänge. Da man auf allzu viele Spielerein verzichtet hat, durchaus ein Kandidat der die Clubs erobern könnte. Auch die folgenden Songs wissen zu überzeugen. Hervorheben möchte ich aber noch „Undefinied, Unknown Devices“. Der Track fährt mit erhöhten Distortionsanteil auf und klingt wieder sehr experimentell. Serpents, beherrschen es jedoch perfekt den schmalen Grat zwischen Experimenten und „Nicht mehr hörbar“ nicht zu verlassen.
Wer auf einfache und harmonische Sounds steht, wird wohl mit diesem Album nicht sonderlich glücklich. Front Line Assembly und Skinny Puppy Fans werden ihre helle Freude haben.
Als perfekte Ergänzung dazu, ist CD2 bestens geeignet. Hier klingt alleine schon aufgrund der deutschen Texte einiges nach PNE. Zumindest ist eine gewisse Nähe nicht abzustreiten.

Kazim und Claus legen mit „State Of War“ kein einfaches, dafür aber ein durchdachtes Werk vor. Reinhören sollte man unbedingt. Kleiner Tipp: Der Song „State Of War“ ist kostenlos bei Soundcloud zu haben, steht aber nicht uneingeschränkt beispielhaft für das komplette Album.

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