Alles neu macht der Mai! Fast könnte man meinen, im Ruhrpott hat man dies sehr wörtlich genommen. SITD im Mai 2019: Neue Schreibweise, neues Album, neuer Sound, neues Label. Was ist da los?

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Hallo zusammen, wie geht es euch?
Carsten: Danke. Bestens.

Euer neues Album „Stunde-X“ ist nun veröffentlicht. Zufrieden und glücklich?
Carsten: Ja, sehr! Das Album ist am 10. Mai bei Infacted Recordings, unserem neuen Label, erschienen. Was wir seitdem an Resonanzen erhalten haben, ist echt überwältigend. Ebenso auf die Vorauskoppelung, der nunmehr ausverkauften Maxi-Single „Sturmlicht“. Wir sind unserem Publikum wirklich sehr dankbar für all das positive Feedback und diese großartige Unterstützung.

Ihr habt ja einiges geändert. Im Fußball würde man von einem Umbruch sprechen, was zumeist voraussetzt das es vorher nicht mehr funktioniert hat. Wart Ihr der Meinung, „alte Zöpfe“ abtrennen zu müssen? Oder alles Zufall?
Tom
: Das Wort „Umbruch“ ist vielleicht zu „hart“ und zu „entschieden“ in diesem Zusammenhang. Außerdem ist es ja auch nicht so, dass es vorher nicht funktioniert hätte. Im Gegenteil, dass Vorgängeralbum „Trauma: Ritual“, sowie die dazugehörige Tour waren überaus erfolgreich. Man könnte eher von einem „Aufbruch“ statt „Umbruch“ sprechen. Das trifft die Sache, glaube ich, ganz gut. „Stunde X“ klingt modern und frisch. Es trifft den Puls der Zeit. Das war auch im Vorfeld unser Ziel. Aber natürlich ist nicht alles planbar. Ein Album wächst und entwickelt sich während des Entstehungsprozesses.

Worin liegt eurer Meinung der größte Unterschied zwischen „Stunde-X“ und „Trauma:Ritual“?
Tom:
Wir beobachten die Entwicklungen und Möglichkeiten, die sich für uns im Produktionssektor anbieten und bauen unseren Fuhrpark an Equipment immer weiter aus. Allein schon von diesem Aspekt unterscheidet sich „Stunde X“ von „Trauma: Ritual“. Denn unsere musikalischen Optionen werden kontinuierlich größer. Vielleicht kann man sagen, dass „Stunde X“ unser bislang abwechselungsreichstes und reifstes Album geworden ist. Wir haben überflüssigen Ballast über Bord geworfen, sind neue Wege gegangen, aber ohne auf die bewährten Trademarks zu verzichten, die [:SITD:] ausmachen und unserer Musik ihren Wiedererkennungswert verleihen. Denn es ist uns wichtig, dass Weiterentwicklungen für unser Publikum nachvollziehbar bleiben. Wir legen Wert auf Authentizität und haben unseren eigenen Sound und unsere eigene Sprache gefunden. Wir wissen, wie wir klingen wollen. Auf dieser Grundlage entwickeln wir unsere Musik weiter.

Man könnte eher von einem „Aufbruch“ statt „Umbruch“ sprechen.

Ihr habt in den letzten Wochen ein paar Club Gigs gegeben. Wie wars?
Carsten
: Grandios! Wir waren mit den neuen Songs im Gepäck in Hannover, Berlin, Erfurt und Zürich. Nach der langen Arbeit im Studio hat es uns riesig Spaß gemacht, die neuen Tracks wie „God’s Blessing“, „Sturmlicht“, „Olymp“ oder „Drowning In The Flame“ live zu spielen und diese Momente und Emotionen mit unserem Publikum zu teilen. Zwei der vier Shows waren ausverkauft. Die Stimmung jeden Abend gigantisch. „Stunde X“ ist nun unser achtes Album und wir haben schon immer von Anfang an mit all unserem Herzblut Musik gemacht, aber was momentan passiert, sind die schönsten Augenblicke in unserer bisherigen musikalischen Laufbahn. Es hat noch nie mehr Spaß gemacht als heute, Teil dieser Band zu sein und für unser tolles, treues Publikum Musik zu machen!

Das ist eine einzigartige Energie. Ein Segen. Dafür stehen wir auf der Bühne.

Für euch steht ja auch das M`era Luna dieses Jahr auf dem Fahrplan. Was ist euch eigentlich lieber? Clubgig oder Festival?
Carsten:
Wir schätzen beides. Entscheidend ist, dass es zwischen Band und Publikum „Klick“ macht und der Funke überspringt. Da spielt es keine Rolle, ob das in einem kleinen Club oder auf einer großen Festivalbühne geschieht. Wir genießen es bei Clubkonzerten, dass wir einfach ganz nah dran sind.
Man kann den Leuten in die Augen schauen und man spürt förmlich von Song zu Song die Bindung, die zwischen uns und unserem Publikum entsteht. Das ist eine einzigartige Energie. Ein Segen. Dafür stehen wir auf der Bühne. Bei Festivals ist zumeist ein größerer Graben oder eine Absperrung zwischen Band und Fans. Aus Sicherheitsaspekten ist das natürlich verständlich bei Großevents, aber diese „Barriere“ gilt es erstmal „emotional“ zu überwinden. Wenn das geschafft ist, dann ist die Euphorie umso größer. Es ist ein berauschender Glücksmoment.

Ende Juni geht es für euch ja in die USA. Sind die Festivals dort vergleichbar mit, was wir hier kennen? Welchen „Stellenwert“ habt ihr eigentlich in Übersee? Wie bekannt ist dort SITD?
Carsten:
Wir haben zwei große Tourneen als Support in Nordamerika gespielt. 2008 zusammen mit Imperative Reaction und Aesthetic Perfection und 2012 mit Icon Of Coil. Wenn man das alles zusammenrechnet plus diverser Festival-Auftritte kommen wir auf knapp 60 Shows in den Staaten. Ein absolutes Highlight im Anschluss an die 2012 Tour war auch die Gothic Cruise mit dem Kreuzfahrtschiff Royal Caribbean von Bayonne, New Jersey zu den Bahamas. Das war natürlich eine ganz besondere Erfahrung und wird für uns immer unvergesslich bleiben.

Wir haben ein treues Publikum in Nordamerika und wir hätten in der Vergangenheit gerne noch häufiger in Übersee gespielt. Aber der Aufwand ein Arbeitsvisum für die USA zu beantragen ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch extrem kostspielig. Deswegen sind wir sehr froh, dass es nun wieder einmal geklappt hat und wir am 28. Juni beim Mechanismus Festival in Seattle mit von der Partie sind. Das ist eine mehrtägige Veranstaltung und vergleichbar mit dem M’era Luna oder Amphi Festival hier in Europa. Wir sind Co-Headliner am Festivalfreitag. Wir freuen uns sehr darauf.

Gibt es eine Stadt wo ihr schon immer mal spielen wolltet, es aber bis heute nicht geklappt hat?
Tom:
Keine bestimmte Stadt, aber ein Land. Wir haben noch nie in Italien gespielt. Keine Ahnung, warum das nie zustande gekommen ist. Das würden wir gerne mal machen.

Wann habt ihr zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?
Tom: Beim Songwriting und der Produktion sind uns eigentlich bewährte Abläufe wichtig. Nichtsdestotrotz gab es beim Entstehungsprozess von „Stunde X“ etwas, dass wir zum ersten Mal gemacht haben. Carsten und ich wohnen gut 240 Kilometer voneinander entfernt und früher haben wir die Recording Sessions alle an einem Ort – in unserem Studio in Flörsheim – aufgenommen. Es bedurfte 3 bis 4 geplanter, gemeinsamer Treffen pro Album, bei denen dann alle Gesangsaufnahmen im Kasten sein mussten. Nun können wir viel flexibler und spontaner arbeiten, weil wir seit dem letzten Jahr die technischen Möglichkeiten haben, dass Carsten bei sich zu Hause die Stücke in Studioqualität einsingen kann. Wir können nun beliebig oft aus der Situation heraus Dinge ausprobieren, verändern und intuitiv unsere Ideen austauschen.

Welchen Song habt ihr in letzter Zeit am liebsten gehört? Und gibt es für euch einen [:SITD:] Lieblingssong?
Carsten: Das komplette Album “Many Nights” von Motorama, einer russischen Post-Punk Band. In Sachen [:SITD:]: „Cicatrix“ von „Trauma: Ritual“ und „Greater Heights“ von „Stunde X“.

Hört Ihr euch eigentlich andere Szene Bands an? Geht ihr in Clubs? Oder wahrt ihr da lieber doch Abstand?
Tom: Klar, wir hören andere Szene Bands und gehen auch privat in Clubs, soweit es unsere Zeit zulässt und wir nicht selber Konzerte haben.

Vielen Dank. Das letzte Wort gehört euch!
Tom:
Vielen Dank für das interessante Interview. Besten Gruß an alle [U]selinks-Leser und ganz herzlichen Dank an alle [:SITD:]-Hörer und Konzertgänger für Eure Unterstützung!

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August 2019

10augGanztägig11FeaturedM´era Luna FestivalHildesheimTerminart:Festival 0 Add to wishlist

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Kategorien: Bands
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