Halten wir mal zu Anfang fest, dass ich mit Skorbut bis dato bestimmt keine Musikband in Zusammenhang gebracht habe. Doch „Firewall“ ist bereits das dritte Album des Duos.
Daniel Galda (Vocals & Lyrics) und Jörg Hüttner´s (Music & Programming) Projekt ordnete ich spontan in die Industrial Schiene ein und machte mich auf eine Beat und Samplegewitter gefasst, doch meine Erwartungen wurden nicht erfüllt.
Vielmehr liefert Skorbut intelligente Elektrosounds, die weitgehend tanzbar gehalten sind aber nie zu stupide auf die Clubs gerichtet zu sein scheint. Gelegentliche Industrial Anleihen sind zwar unüberhörbar doch Beatgebolze bleibt einem erspart.

Jörg Hüttners Fähigkeiten wurden in der Vergangenheit bereits von nahmhaften Regisseuren in Anspruch genommen, so z.B. bei „The RIn2“, „Catwoman“ oder auch „Batman Begins“ und manchmal kann man diese Erfahrungen auch auf diesem Album hören. Doch in erster Linie geht es hier um andere Sounds und so sind z.B. „Antikörper“ oder „9 Lives Later“ waschechte Clubkracher und werden dabei von Elektroperlen aber auch Endzeitelektro (neudeutsch wohl Hellektro) Songs eingerahmt.

Mit „Valium 1“ und „2“ sorgen dann noch zwei instrumentale für die nötige Stimmung und dort lässt Herr Hüttner seinem Spieltrieb dann auch freien Lauf.
„Firewall“ ist ein verdammt ausgereiftes Album, das Fans von Haujobb oder auch Frontline Assembly ganz sicher zu gefallen weiß.
Da hier aber niemand die Katze im Sack kaufen muss, steht bereits seit einiger Zeit eine 4 Track Maxi CD auf der Bandeigenen Webseite zum kostenlosen Download bereit.

Abgerundet wird die CD durch einen Videoclip sowie einigen Fotos.
Skorbut hinterlässt einen starken Eindruck und auch wenn man bei „Firewall“ meist an nichts Gutes denkt ist.