Gründe, um zu töten? Na, wer wird denn gleich? Eigentlich passen solche aggressiven Töne gar nicht zu Solar Fake, dem Nebenprojekt von Sven Friedrich (Zeraphine). Doch ein Blick auf den Albumtitel –„Reasons To Kill” – und die Tracklist des neuen Albums, zeugt doch von so einiger Wut im Bauch. Musikalisch klingt alles erneut nach dem bösen elektronischen Bruder der Dreadful Shadows, daran ändert auch ein partiell eingesetzter Stimmenverzerrer nichts. Doch können sich Solar Fake von Album zu Album steigern. Die Songs des nunmehr dritten Albums wirken trancelastiger, noch eingängiger und kommen schneller zum Punkt. Tanzbarkeit und starke Melodien waren ja seit Beginn der Reise wichtige Wegbegleiter der Band. „I Hate You More Than My Life“, „Face Me“, „Change The View“ oder „My Spaces” – die Liste an hochklassigen Tracks ist lang. Auch die eher ruhigeren Nummern wie „Reset To Default” haben einen wirklich angenehmen Charme. Dazu gesellt sich ein mittelprächtiges Linkin Park-Cover von „One Step Closer“. Die Stimme ist für eine solche Coverversion einfach nicht aggressiv genug – Da helfen auch keine Gitarren-Sounds. Fazit: Es wird alles nicht so heiß beziehungsweise aggressiv gegessen, wie es gekocht wird. Solar Fake können sich mit diesem Album aber jetzt final in der Electro-Szene etablieren und sind eben kein Fremdkörper im Electro-Gewand mehr. Irgendwie sind sie jetzt auch gar nicht mehr wegzudenken. So schnell kann`s gehen.

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