Was macht man wenn einem der Sänger abhandenkommt? Richtig man besorgt sich einen Ersatzmann. So wäre zumindest die „normale“ Vorgehensweise. Doch Mattias Ziessow löst den Verlust seinen Sängers kreativ anders. Die eher ungewöhnliche Lösung: Man schnappt sich für jeden Song einen anderen Sänger einer mehr oder weniger bekannten Szeneband. Gut, die Stimme von Stefan Brorsson, der die Band aus persönlichen Gründen verließ, zu ersetzten ist auch nicht so einfach, denn immerhin hat er mit seinen Stimmbändern zu einem großen Teil das Klangbild von Spark! geprägt. Dennoch ist der nun beschrittene Weg sicher sehr ungewöhnlich und liefert teilweise erstaunliche Ergebnisse. Insofern ist Spektrum eigentlich mehr als nur der Albumtitel. Es ist vielmehr ein Hinweis darauf dass hier ein breites Spektrum, verschiedener Stiele zu finden ist. Die Spannende Frage wäre ohnehin, ob die Songs in gemeinsamer Arbeit entstanden sind, oder die Sänger sozusagen ihre Gesangsstimme einem fertigen Track geliehen haben. Die Songs klingen nämlich verdammt stark nach dem jeweils beteiligten Sänger. So könnte der Opener „Infectious“ mit Pontus Stalberg auch von einem Spetsnaz Album stammen und dies soll nur exemplarisch für den Rest der Songs stehen. Fakt ist das Spektrum sehr viele Ausprägungen der dunkelelektronischen Musikszene abdeckt, aber dafür sehr wenig Spark! bereit hält. Man hat das Gefühl einen Sampler im CD Player zu haben. Darauf muss der Hörer sich einstellen.
Wenn aber z.B. „Unforgiving“ mit Henrik Björk (Pouppée Fabrikk) aus den Boxen knallt ist dies egal. Hier wird ordentlich Dampf gemacht und die EBM-Heads können ordentlich pogen was das Zeug hält. Es finden sich aber noch mehr solcher EBM Knaller. Zum Beispiel „Weit Voraus“ mit NordarR oder das bereits erwähnte „Infectious“ mit Beteiligung von Spetsnaz.
Dysfunctional (feat. Biomekkanik) geht dann aber z.B. auch den völlig anderen Weg. Zusammen mit „Momentum“ (Substaat), zeigt man auch eine melodische Seite, welche bei „Fangesinn feat. Xenturion Prime“ sogar im Europop Sektor endet.

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Das Album ist absolut abwechslungsreich, eben wie ein Szenesampler und hat ein wenig was von einer Best off EBM meets Synthiepop Compilation.