Spiritual Reality feiern im Juni diesen Jahres ihr 10jähriges Bandjubiläum. Umso unrühmlicher, dass ich zugeben muss, von der Band um Thomas Stanzel und Ulrike Brauße noch nix gehört zu haben (zumindest nicht akustisch). Naja, umso unvoreingenommener kann ich mich dafür ihrem aktuellen Longplayer „Fear Future“ widmen, der mit 13 Songs und rund 60 Minuten Spielzeit einen guten Einblick ins Schaffen der Beiden verspricht.

Der Einsteiger „That’s me“ erweist sich zugleich als guter Wegweiser für „Fear Future“: poppig düsterer Elektrosound, der den Spagat zwischen 80ies- Sound und Moderne schafft und eine Menge Charme aus dem Wechsel männlicher und weiblicher Vocals schöpft. Geht auf jeden Fall gut ins Gehör und nicht so schnell wieder raus, was, wie sich herausstellt, allgemein zu den Stärken des Duos gehört. Das folgende „Lost in Lust“ ist dafür genauso ein Beweis, wie das langsame und gefühlvolle „The way is not clear“, was mich gesanglich und melodiös etwas an De/vision erinnert. Auch der enthaltene Massiv in Mensch Remix nimmt dem Song nicht den Schweremut aus den Segeln, bläst dafür aber eine Brise Tanzbarkeit hinein.

Nicht so sonderlich gut gefällt mir „Lass uns doch“. Ich weiß nicht warum, aber ein englischer Text mit gleichem Inhalt würde nicht so platt klingen wie die dargebotene deutsche Variante. Mit dem ohnehin zähen und nicht sehr abwechslungsreichen Aufbau wird der Track so zum heißen Kandidaten für die Skiptaste. Auch nicht recht überzeugen konnte mich das sich dahinschleppende „What can we believe in“.

Insgesamt bleiben es aber die einzigen Ausrutscher auf der CD, auf der ansonsten eine Anhäufung elektronischer Perlen darauf warten entdeckt zu werden. Hören sollte man auf jeden Fall „What can I do“, fängt zwar nicht berauschend an, aber der extrem eingängige Refrain holt’s mehr als wieder raus. Ein bisschen Hanin-Eliaz-Feeling gibt’s mit „The System“ im Tritoxin Remix, eine interessant noisy angehauchte Kritik gegenüber Staat, Kontrolle und Korruption (wenn auch ohne große textliche Tiefe…). Unerwähnt bleiben sollte zudem nicht „Hypnotized“, ein schön flächiger Song, bei dem mich Musik und Thomas’ Gesang zum wiederholten male an die Übermelodiker von The Crüxshadows erinnern. Ist doch ein schönes Kompliment, am Ende einer Rezension, oder?!