Stahlfrequenz – Tectonic Structures

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Ein Release nach dem anderen: das Rhythm Industrial- Genre ist dieser Tage sehr umtriebig. „Es reicht“, ist man versucht zu sagen. Nächster Act in der Reihe ist Stahlfrequenz. „Tectonic Structures“- mittlerweile das Album Nummer drei – löst zwar keinerlei Erdbeben aus oder erfindet irgendetwas neu. Dennoch zeigt es auf, wie der Sound klingen muss, um eben nicht zum Einheitsbrei zu werden.

Harte, wuchtige Beats, düstere verzerrte Sounds, Filmsamples und extreme Tanzbarkeit: Die musikalischen Mittel des Rhythm Industrial sind berechenbar. Und doch reicht es nicht, eine Software allein mit den Kompositionen zu beauftragen. Es braucht Musikalität, das Gespür für spannende, neue Sounds und den Mut gegen den Strom zu schwimmen, um aus diesem Genre heraus zu stechen und Erfolg zu haben. Eine Hammer-Nummer wie „Maschinenführer“ legt gleich zu Beginn die Messlatte verdammt hoch. Düster, treibend, technoid und tanzbar ohne Ende: Dieser Track will hoch hinaus. Krachend geht es mit „Inanimate” weiter. Dann folgt „Nothing but a Machine“ – eine regelrechte Hymne. „Total Destruction“ klingt wie Suicide Commando und ist ebenso nicht von schlechten Eltern. Mit dem konfusen „Blank Territory” und dem „Angeldust” verliert die Scheibe dann leider doch etwas an Fahrt. Und aus dem Nichts, völlig unverhofft kommt „Mindcontrol“ – der coolste Electro-Track, den ich seit langer Zeit gehört habe. „Spooky“ Sounds kombiniert mit harscher Elektronik und ordentlich Groove. Wow! Damit hat die Band allerdings nun vollends das Pulver verschossen. Denn wirklich Bewegendes – außer etwas Ambient und Noise – folgt nicht mehr. 

Trotzdem: Dieses Album rockt. Allein „Maschinenführer“ und „Mindcontrol“ sind es wert, dass man die Scheibe antestet. Und das völlig unabhängig, ob man das Genre nun abkann oder nicht.