Steinkind spaltet die Szene. Bislang gab es eigentlich nur die Möglichkeit, die Band zu lieben oder eben zu hassen.  Ein “dazwischen” scheint es nicht zu geben und das wird sich auch mit dem dritten Album nicht grundlegend ändern. “Etappe 011” greift auf die bis dato gegebenen Steinkind-Soundmuster zurück und bringt diesmal einen erhöhten Punk-Faktor mit ins Spiel.

Das Klangspektrum geht daher über Elektro-Punk-Tracks wie der Opener “Belehr Mich” oder simplen Songs wie “GB Rita” hin zu poppigen Klängen “Weil nur hier oben”.  Jeder Song geht in eine andere Richtung. Steinkind verfolgen stur ihren Weg und sind damit klar nicht massenfähig und wollen es vermutlich auch gar nicht sein. Genauso scheint es der Band egal zu sein, dass man nichts bahnbrechend Neues auftischt oder gar Revolutionäres an den Mann bringt. Nein! Steinkind gehen einfach geradeaus, teilweise schon provozierend schlicht und einfach gehalten. Der Titel “Mehr davon” erinnert im Refrain schon beinahe plagiatsverdächtig an die Toten Hosen, hat aber ansonsten nicht viel mit deren Song zu tun.

Getragen wird das ganze Album durch die Energie, die von den Songs transportiert wird, und da hätte ich mir gerne ein wenig mehr gewünscht. Trotz der ganzen Punkgitarren fehlt mir die Wucht und Ruppigkeit der beiden letzten Alben ein wenig. Der “Schlag in die Fresse” fehlt mir einfach.  Dafür hat man in punkto Abwechslungsreichtum zugelegt. Eine der bisherigen Stärken vermisse ich aber definitiv. Bislang war der Gesang klar zu hören, er geht diesmal aber phasenweise ein wenig unter.
“Etappe 011” wird aber den Steinkind-Fans gefallen und wer bislang einen großen Bogen um die Band gemacht hat, bleibt dabei. Nichts Neues also von der Front.