Straftanz sorgte letztes Jahr für gleichermaßen volle Tanzflächen wie auch für jede Menge unverständnisvolles Kopfschütteln. Fakt ist aber das man sich so mit nur einer Single zum Gesprächsthema entwickelt hat und wie heißt es doch so schön: „Schlechte Publicity ist besser als gar keine“.

Bevor man nun aber gleich ein ganzes Album auf die Menschheit loslässt, soll eine EP für weiteren Gesprächsstoff sorgen. Mit der Abwandlung eines alten „Ton, Steine, Scherben“ Zitats unternimmt man einen weiteren Anlauf die Zweifler zu überzeugen und das könnte sogar gelingen. Trotz des eher platten Titels, präsentiert sich das dazu gehörende Stück erfreulicherweise weitaus interessanter als es der Vorgänger tat.

Dennoch geht es immer noch darum in erster Linie die Tanzflächen zu füllen und um jede Menge Spaß an der Musik. Da wird voller Wucht auf das Drumpad eingedroschen und dazu in bester „Scooter-Manier“ Worte ins Mikro Gebrüll. Im Grunde verabreicht man EBM in absoluter Reinkultur, absolut auf das wesentliche beschränkt und möglichst Simpel.

Diesmal sind die „Worte“ aber durchaus provokativ und wer mag darf auch nach einem tieferen Sinn darin suchen. Überraschend ist dann der Song „Burn Heaven Down“ der mit wummernden Basslines in bester Noisecoremanier aufwartet und das Straftanzprofil um eine neue Seite erweitert und das mit Abstand bester ist was ich von „Straftanz“ bislang gehört habe. Auch „Blood In Blood Out“ ist dazu fähig den Skeptikern ein wenig mehr Lust auf das kommende Album zu verschaffen.

Dass Spaß ein wichtiger Faktor für die Band ist zeigt das abschließende „Nichts“. 3 Minuten lang haut man monoton auf das Drumpad ein, unterbrochen von einer Stimme die jede Minute noch verbleibende X Minuten Nichts verkündet. Dann gibt es hier und da noch ein paar Dinge die unterhalb des dominierenden Drumbeats passieren und die 3 Minuten zu einem spaßigen, interessanten Nichts machen.

Auch nach dieser EP bin ich mir noch nicht ganz sicher, was ich abschließend von „Straftanz“ halten soll aber darüber wird dann sicher das Album eine Entscheidung herbeiführen.