And the history goes on…Stromkerns vierter Longplayer, getauft „Light it up“, steht in den Läden. Musikalisch unterwegs seit Anfang der Neunziger, mit der Mission, ursprünglich unvereinbare Stile wie Hip-Hop, Metal-Rock, Klassik und Elektro zusammenzubringen, lassen die Amis auch diesmal wieder eine wilde Mischung auf die Hörerschaft los.

Und diese wird mal wieder hoch entzückt sein. Ned reimt seine Zeilen stellenweise runter wie ein Eilzug Richtung Hölle, Klaviermelodien legen sich, wie selbstverständlich, mit harten Gitarrenriffs an, während verrücktgewordene, meist recht harte Elektronik durch das Klangbild hüpft und eine Spur der Verwüstung auf der Tanzfläche hinterlässt (= moderner Industrial?). Auf den Clubrenner mag ich mich gar nicht festlegen, es gibt einfach zu viele Anwärter. Zu nennen wären da unter anderem „Reminders“, „Forgiven“, „Stand up“ und „Delete“, bei dem man mal ordentlich die Schuppen wegschütteln kann, sofern man nicht die szenetypische Kurzhaarfrisur trägtJ

Trotz der Ansammlung schneller Stücke, mangelt es aber nicht an Abwechslung, so z.B. bei „Hindsight“, in dem Victoria Lloyd von Clair Voyant ihre balladesken Stärken voll ausspielen darf. Frank Spinath von Seabound hingegen wurde im passenderweise etwas poppigeren Stück „Sentinel“ untergebracht, welches auch schon auf „Septic V“ zu hören und bestaunen war. Insgesamt hält „Light it up“ das hohe Niveau, welches auf der Vorauskopplung „Stand up“ bereits zu erahnen war. Stärkste Komponente ist dabei die bereits erwähnte Vielseitigkeit, die vom Gothicrock bis zum hymnischen Popensemble fast alles abdeckt, wobei mir persönlich die Rock- Attitüden, wie beim erwähnten „Delete“, fast ein wenig zu viel werden- Geschmackssache.
Erfolgreichen Wochen in den einschlägigen Charts und in euren Playern dürfte aber nix im Wege stehen.