Surveillance ist der zweite Nebenkriegsschauplatz von Tom Shear, besser bekannt als Mastermind von Assemblage 23. Das erste Nebenprojekt Nerve Filter, war zwar eine spannende Angelegenheit, war aber mit mässigem Erfolg aus den Startlöchern gekommen. Nun also Surveillance, und um es vorwegzunehmen. „Oceania“ ist das stärkste was man seit langem von Tom Shear gehört hat. Surveillance orientiert sich stärker an Assemblage 23 als das noch bei Nerve Filter der Fall war, doch Surveillance ist eher dem EBM als dem Futurepop zugeneigt. Wenn schon vergleiche, dann sind wohl eher frühe Covenant und Front Line Assembly zu nennen und beim Song „Voyeur“ fühlt man sich unweigerlich an Spetsnaz erinnert. Jedenfalls ist von Assemblage 23 nur sehr wenig zu hören und insofern geniest dieses Nebenprojekt per se schon eine Daseinsberechtigung. Natürlich blendet man das was man die letzten 15 Jahre gemacht hat nicht so einfach aus und so ist es nicht verwunderlich das A23 hier und da bei einigen Melodien durchkommt. Durch die insgesamt härtere Ausrichtung und das stimmige Gesamtkonzept ist dies aber nicht weiter tragisch. 10 Songs bilden das Album „Oceania
“ und jeder Song beleuchtet einen anderen Teilaspekt der Elektronischen Genres zwischen Synthie Pop und Industrial, ohne dass dabei auch nur ein Song entstanden ist der das Prädikat „Füllmaterial“ ansatzweise verdient hätte. Surveillance ist ein verdammt starkes Nebenprojekt und hinterlässt mit diesem Debut sicherlich mehr Spuren als dies damals von einigen Jahren Nerve Filter möglich gewesen ist.

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