[tabby title=”Kritik”] Leonardo DiCaprio gehört zweifellos zu den größten und erfolgreichsten Schauspielern der Gegenwart. Er hat arbeitet regelmäßig mit großen Regisseuren wie Martin Scorsese, Steven Spielberg, Christopher Nolan oder Quentin Tarantino zusammen und hat vor allem auch dadurch in seiner Filmographie fast nur Erfolge vorzuweisen. Als ehemaliger Kinderdarsteller mit Milchbubi-Image hat er sich mittlerweile zu einem großartigen Charakterdarsteller entwickelt und wurde auch bereits mit 2 Golden Globes ausgezeichnet. Nur der Oscar war ihm bis jetzt trotz viermaliger Nominierung noch nicht vergönnt. Seine Darstellung des Trappers Hugh Glass in „The Revenant“erscheint nun so etwas wie der lang berechnete Großangriff auf die begehrte Trophäe. Mit seiner Performance in diesem Survival-Rache-Western lässt er es an Hingabe nicht mangeln und geht dabei an die physische und psychische Schmerzgrenze. Man sieht ihn den ganzen Film hindurch nur leiden und kämpfen. Das alles an den Originalschauplätzen der nordamerikanischen Wildnis, die so eine kalte und widrige Umgebung hergeben, dass man nur erahnen kann, was das für einen Schauspieler bedeutet, der fast immer auf dem Boden inmitten von Wasser und Schnee liegt.

In „The Revenant“ geht es um einer Gruppe Pelzjäger, die sich im frühen 18. Jahrhundert durch die Wildnis schlagen und nicht nur mit der harten Natur zu kämpfen haben sondern auch mit feindlichen Indianerstämmen. Als der Fallensteller Hugh Glass bei einem Bärenangriff schwer verletzt wird beschließt die Truppe um Anführer Andrew Henry ( Domhnall Gleeson ) ihn zurück zu lassen. Der ehemalige Soldat John Fitzgerald ( Tom Hardy ) soll für eine Entschädigung von 300 Dollar bei ihm bleiben bis er stirbt, um ihn dann in Würde zu begraben. Auch Hughs Sohn, der junge Halb-Indiander Hawk bleibt bei seinem Vater. Als Fitzgerald die Situation zu brenzlig wird tötet er Hawk und begräbt Glass bei lebendigem Leibe. Glass gelingt es sich zu befreien und vor den heranstürmenden Indiandern zu retten. Es beginnt ein gnadenloser Überlebenskampf in der Natur, stets angetrieben von dem Wunsch nach Rache.

Advertisement

Alejandro Gonzalez Iniarritu sorgte bereit letztes Jahr mit seinem melancholischen Meisterwerk „Birdman“ für Furore und wurde bei den Oscars vierfach ausgezeichnet u.a. für den besten Film und die beste Regie. Auch 2016 leitet er das Kinojahr wieder mit einem Meisterwerk ein. „The Revenant“ setzt in jeder Beziehung neue Maßstäbe. Der Film schafft es durch die wieder mal herausragende Arbeit des Kameramanns Emmanuel Lubezki ( Gravity ) ein nie dagewesene Intensität und Nähe zum Geschehen zu schaffen. Die grandiosen und zugleich düsteren Landschaftaufnahmen bilden ein schaurig-schönes Szenario, dass durch den einen dezenten, aber eindringlichen Soundtrack perfekt ergänzt wird. Darüber hinaus zeigt die Szene des Grizzly-Angriffs, was heutzutage mittels CGI-Effekten so alles möglich ist. Da bleibt sogar dem Superhelden-Blockbuster verwöhnten Zuschauer der Mund offen stehen und die Frage „Wie haben die das gemacht?“ auf den Lippen. Eine der packensten Szenen der Filmgeschichte, schon jetzt! Die Kamera ist immer so dicht dran am Geschehen und auch an den Darstellern, dass die Gefahr stets allgegenwärtig ist. Das verleiht dem Film seine unglaubliche Intensität. Auch über die Nebendarsteller lässt sich kein negatives Wort verlieren. Allen voran Tom Hardy als rassistischer Antagonist des Films steht DiCaprio in nichts nach. Iniarritu zeigt aber nicht nur schöne Landschaften und beeindruckende Kamerafahrten, sondern auch die ungefilterte Brutalität des Überlebenskampfes in der Natur, die für zartbesaitete Zuschauer bestimmt verstörend wirken kann. Aber die Gewalt wird nie zum Selbstzweck, sondern ist immer Teil einer völlig realistischen Erzählung. Die Geschichte von Hugh Glass soll übrigens auf wahren Ereignissen beruhen. Das fällt einem fast schwer zu glauben, wenn man sieht, was dem Protagonisten hier alles zugemutet wird. Jedenfalls trifft die Bezeichnung Survival-Rache-Abenteuer hier wie in keinem anderen Film jemals zuvor zu.

Fazit: Ein unglaublich intensives und fast schon überwältigendes Drama mit herausragenden Darstellern und einer technischen Perfektion, die ihres gleichen noch sucht. Da stören die kurzen Entspannungspausen, die den Film auf eine beachtliche Länge von 156 Minuten aufblähen auch kaum. Defintiv ein Meisterwerk und ein großer Favorit bei den diesjährigen Oscars. Ich persönlich würde Leonardo DiCaprio wünschen, dass es diesmal endlich klappt…

[tabby title=”Trailer”]

<iframe src=”https://www.youtube.com/embed/Kh4Uo27IqKM” width=”560″ height=”315″ frameborder=”0″ allowfullscreen=”allowfullscreen”></iframe>

[tabbyending]