Turnbull A.C’s – Let’s Get Pissed

REVIEW OVERVIEW

wert[U]ng
81 %
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Pontus Stalberg hat mit seinem Projekt Spetsnaz in Zusammenarbeit mit Stefan Nilsson eine der erfolgreichsten und besten Old School-EBM-Bands unserer Zeit geschaffen bzw. ist mit dieser äußerst aktiv.
Das scheint ihm aber alles nicht genug zu sein, denn mit seinem neuen Band-Kumpan Lars Karlsson, der in Sachen Schlagkraft an der Perkussion Stefan Nilsson in nichts nachsteht, hat er nun mit Turnbull A.C’s ein weiteres Projekt des gleichen Genres am Start!
Mit dem Album „Let’s Get Pissed“ geht der Schwede noch einen Schritt weiter und setzt in Sachen Härte und Wutabbau noch eine gehörige Portion im Vergleich zu Spetsnaz drauf.
Man hört dem Album selbstverständlich an, wer der Mann dahinter ist, denn die Instrumentierung und der typische Spetsnaz-Sound schimmern jederzeit durch. Doch das Ganze ist über die gesamte Länge des Albums in höherem Tempo und noch aggressiveren Shouts dargeboten.
Schon der Opener „We Can Drink Without Having Fun“ ist Programm: Knüppelharte Beats, schnelle Sequenzerläufe zu welchen Pontus kompromisslos das neue Dogma der EBM-Szene zum Besten gibt! Der Stil der Titel ist erwartungsgemäß ähnlich und man darf keine überschwenglichen Überraschungen erwarten – was auch nicht das Ziel eines Old School EBM-Albums sein soll oder die Intension des Künstlers bzw. Konsumenten, aber hier und da etwas Abwechslung wäre doch wünschenswert. „Let’s Get Pissed“ animiert zum Tanzen und macht richtig Spaß. Dass das bestens funktioniert haben Pontus und Lars bei ihrer Bühnenpremiere beim diesjährigen Familientreffen in Sandersleben gezeigt!
Höhepunkt des Albums und (wenn ich es so nennen darf) potentieller Club-Hit ist „Man Made Modern Machines“, welcher besonders nach vorn geht und auch den geradlinigsten und eingängigsten Rhythmus hat.
Verschnaufpausen in Form von ruhigen Tracks werden dem Hörer nicht geboten, was aber auch nicht das Ziel einer solchen Platte ist: Tanzen und Aggressionsabbau haben hier eher Priorität!

Einziger Wermutstropfen ist der Abwechlungsreichtum. Oft untscheiden sich die Titel untereinander wirklich zu wenig. Sicher zeichnet sich die Electronic Body Music durch eine gewisse Monotonität aus und es macht dieses Genre als Eigenschaft aus, dass die Musik ähnlich klingt, aber ich hätte mich über einige Titel gefreut, die mehr aus dem Raster fallen! Ich denke hier muss man auch differenzieren: Worauf der Vollbluts-EBMer Wert legt, könnte dem Stammhörer einer anderen elektronischen Richtung missfallen!
Jedem Freund guter EBM (und speziell Freunden von Spetsnaz) sei aber „Let’s Get Pissed“ wärmstens empfohlen und diese Zielgruppe wird mit Sicherheit sehr viel Spaß mit der Scheibe haben.

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