Welle: Erdball sind inzwischen ein Institution in der Szene. Auch wenn Mann in den letzten Jahren aus meiner Sicht ein wenig geschwächelt hat und erst mit der letzten EP die Kurve wieder bekommen hat, war ich auf dieses Album sehr gespannt. Zumal die Band ja von einem Meisterwerk im Vorfeld der Veröffentlichung sprach. Wie gut diese Selbsteinschätzung wohl sein mag?
Der Opener versprüht Nostalgie: „Hallo, hier spricht Welle:Erdball, Symphonie der Zeit…“ , und nach 49 Sekunden ist es soweit: Das nächste Kapitel wird aufgeschlagen. „Gib Mir Meine Zukunft Wieder“ ist ein typischer C64 getragener Song. Die Textzeile „Ich will mein Stück von dem großen Glück!“ könnte sogar exemplarisch für das ganze Album stehen, denn Glück werden wohl einige verspüren. Egal ob knalliger Electropop, wie bei „Flipperkönig“ oder Schlagerartiges wie im Song „Herzschlag-Alarm“. Welle: Erdball machen verlorenen Bode gut. „Mimikry“ hat zwar eigentlich eine nette Kindermelodie als Refrain, aber diese ist mal sowas von klebrig das man sie schlichtweg nicht mehr aus den Ohren bekommt. Doch es knallt natürlich auch: „Ich mach mich schön“, „Computersex“ und das von der EP bekannte „Des Wahnsinns Fette Beute“ sorgen für erhöhte Beatzahlen. In den gut 45 Minuten fährt Welle: Erdball so ziemlich alles auf, was die Band bekannt gemacht hat. Jetzt höre ich zwar schon die Stimmen, die mangelnde Innovationen etc. beklagen werden, doch davon hatte ich weder etwas erwartet noch fehlt es mir. Der Radiosender Welle: Erdball hat sein Programm lediglich um ein paar Songs erweitert, doch sieht man mal vom gewöhnungsbedürftigem „Die Gedanken sind frei“ hab, heben diese Songs die Laune und machen einfach nur Spaß. Was will man mehr? Abschließend wäre noch die Frage zu klären ob „Tanzmusik für Roboter“ nun ein Meisterwerk ist oder nicht? Da entscheide ich mich mal salomonisch und sage: Es ist ein gutes Album, aber auch nicht das beste Welle: Erdball Album aller Zeiten.

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