Xenturion Prime sind sozusagen aus den Ruinen von Code 64 auferstanden. Mit den beiden Schweden Hasse Mattsson und Bjørn Marius Borg sind zwei ehemalige Code64 Bandmember hier unter neuen Namen am Ruder. Xenturion Prime sind musikalisch auch gar nicht so weit von Code64 entfernt. Melodiöser Electropop inkl. Blicken über den Tellerrand stehen auf der Speisekarte, äh Tracklist. Mit ihrem Erstling „Mecha Rising“ so viel sei vorweg genommen, gelingt es dem Duo spielend 12 Tracks vorzulegen, die sowohl die Ohren als auch die Tanzbeine erwärmen. Nach dem epischen Intro geht es mit dem Track „Rise“ sogleich in die vollen. Tanzflächentauglicher Electropop wie er, die hier nun zum letzten Mal erwähnten Code64, nicht besser hätten präsentieren können.
„Transmission“ geht dann eher in die Richtung, verträumter Elektronik, wie das zum Beispiel Syrian auf ihrem letzten Album zum besten gegeben haben. So unterschiedlich geht es weiter, während „Second Nature“ eher in Richtung Trance tendiert, klingt „Vermillion“ eher nach den kühlen Klängen der Marke Seabound. Es wird also ein breitgefächerter Stilmix angeboten, der allerdings zulasten ein es klaren Profils geht. Als Hörer muss man sich darauf einstellen, mit jedem Song in eine andere Richtung gedrängt zu werden, was natürlich wiederum für den Faktor Abwechslung spricht. Da die goldene Mitte zu treffen ist nicht immer leicht. Da aber die Songs hier qualitativ auf einem durchweg hohen Niveau sind, ist dies locker zu verschmerzen. Wer sich eine Mischung aus Code 64, Syrian, Seabound und Psyborg Corp. vorstellen kann liegt hier goldrichtig und wird vermutlich für sich das „Album des Jahres“ finden.

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