Zeromancer haben schon eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich: Vom grandiosen Beginn mit den Alben “Clone Your Lover” und “Eurotrash”, dem folgenden kreativen Selbstmord mit “Zzyzx” und sechs Jahre später mit dem Comeback “Sinners International”. Jetzt folgt “The Death Of Romance”. Die musikalische Vorgabe “Ohrwurmmelodien in der Bandbreite des Industrial Rock/Metals” wird erneut eingehalten, obwohl der große Wurf dann doch wieder ausbleibt.

Zeromancer hat es wie keine Band geschafft mich zu begeistern und zu enttäuschen. Nach dem Comeback im vergangenen Jahr hat sich dies komplett geändert: Jetzt stellt sich eine gewisse Gleichgültig und Gelangweiltheit ein, warum auch immer. Denn genau wie beim Vorgänger “Sinners International” sind die Songs beileibe nicht schlecht. Rockige Klänge werden mit wunderschönen, eingängigen und teils melancholischen Melodien und Synthies verknüpft. Hinzu gesellt sich die charismatische Stimme von Alex Møklebust. Songs wie “The Hate Alphabet”, “The Death Of Romance” oder “V” wissen durchaus zu gefallen und sind auch klasse gemacht, nur wirklich hängen bleibt bei mir nichts. Der düstere Touch, der Drive, der undergroundige Touch, die Ecken und Kanten der ersten zwei Alben sind Vergangenheit. Was bleibt ist gute, melancholische Musik, die mich leider nicht mehr berührt.

Rezensionen sind subjektive Momentaufnahmen. Viele der Zeromancer-Fans mögen das anders sehen und mir verzeihen, ich gehöre jedenfalls nicht mehr dazu. Um der Musik nicht ganz unrecht zu tun, jetzt noch einmal: “The Death Of Romance” bietet wirklich viel gute Musik, mehr aber auch nicht.